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Die Geschichte des Maschsees in Hannover

Die Maschwiesen oder auch die "Altstädter Masch" genannt, waren zu Kaisers Zeiten ein beliebtes Naherholungsgebiet der Hannoveraner. Im Sommer weidete hier Vieh, im Herbst ließen die Kinder Drachen steigen. Im Winter wurden die Maschwiesen dann mit Wasser der nahen Leine geflutet, denn Eislaufen war für Jung und Alt in Mode gekommen, und so hatte man zu dieser neuen Freizeitbeschäftigung eine ideale Fläche geschaffen.

Das große Problem der Maschwiesen waren jedoch die ständigen Überschwemmungen durch den nahen Fluss, die Leine. Die Fläche stand häufig unter Wasser und die Altstadt sowie die nahe gelegenen Stadtteile Hannovers hatten ständig mit Überflutungen zu kämpfen.

So gab es bereits seit 1904 Pläne durch eine Kommission, die Maschwiesen zu fluten und einen künstlichen See anzulegen, um so das Leinewasser über den See in die tiefer gelegene Ihme abzuleiten. Der hannoversche Tischler und Ruderer Carl Thiele, an den noch heute der Weg am Westufer des Maschsees vom Strandbad bis zum ehemaligen Casino (heute Hotel Courtyard by Marriott Hannover-Maschsee) erinnert, war damals der größte Fürsprecher für die Anlage dieses Projekts. Doch weder Magistrat der Stadt noch die Bürger waren davon überzeugt und so wurden die Pläne der Kommission wieder auf Eis gelegt.

Ab 1925 gab es dann erneute, konkretere Pläne durch den damaligen Oberbürgermeister Arthur Menge. Es gab nun Vorfälle in der Stadt, die durchaus bei einer breiteren Bevölkerung für die Anlage eines künstlichen Sees sprachen. So musste wegen Überschwemmungen der Leine im Jahre 1926 sogar das Schützenfest in Hannover abgebrochen werden, weil die Wassermassen die Festzelte wegzureißen drohten.

1932 dann wurde der Plan für den See in Auftrag gegeben.

In der Zeit des Dritten Reiches, genauer: in den Jahren 1934 bis 1936, führte man dann durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme den Bau des Maschsees durch. 1.650 sogenannte Notstandsarbeiter waren beteiligt. Am 26. November 1935 wurde die ausgehobene Fläche geflutet. Die feierliche Übergabe des neu entstandenen Sees an die hannoverschen Bürger erfolgte am Himmelfahrtstag 1936 durch den bereits in diesem  Text  erwähnten Oberbürgermeister Arthur Menge.

Der See ist 78 ha groß, hat eine Wasserfläche von 7,48 Quadratkilometern, ist 2,4 km lang, 2 m tief, liegt 53,2 m über NN, der Grund des Sees befindet sich oberhalb des Grundwasserspiegels. Das Wasser der Leine floss ursprünglich über die sogenannte Maschsee-Quelle am Westufer des Sees ein, heute wird der See durch das Wasser der Ricklinger Masch gespeist. Die beim Bau des Sees ausgehobene Erde (800.000 Kubikmeter) wurde zum Bau von Deichen an der Leine und Ihme verwendet. Die Stadt war nun mit dem dringenden Hochwasserschutz ausgestattet. Damit das Wasser im Maschsee nicht versickern kann, ist die Seesohle mit einer Ton- und Lehmschicht abgedichtet. Zusätzlich befindet sich zum Schutz dieser Schicht noch eine 8 cm dicke Kiesdecke darüber.

Diverse Skulpturen und Plastiken schmücken Plätze rund um den Maschsee. Am imposantesten ist hier wahrscheinlich am Nordufer der sogenannte "Fackelträger", ein 18 m hoher Pfeiler, gestiftet von Fritz Beindorff, auf dessen Spitze eine viereinhalb Meter hohe vergoldete Bronzefigur mit einer Fackel in der Hand thront - zur Zeit des Dritten Reiches ein Symbol für den Olympia-Gedanken (Olympiade 1936 in Berlin).

Der See ist ein Fischzuchtgebiet, welches verpachtet ist, hier werden Karpfen, Schleie, Hechte, Barsche, Plötzen und Karauschen gefangen. Sehr bekannt und beliebt sind die Silvester-Karpfen aus dem Maschsee.

Im Sommer finden hier viele bunte Veranstaltungen für Jung und Alt statt. Wassersportliches wie Ruder- und Segelregatten, Drachenbootrennen - aber natürlich auch die Maschseetage, die mit Kleinkunst, Kulinarischem, Feuerwerk und viel Musik von internationalen Künstlern den Maschsee für drei Wochen zu einem Tummelplatz für Groß und Klein machen. Am Südufer kann die hitzegeplagte Bevölkerung sich im Maschsee-Strandbad eine Abkühlung verschaffen.  

Infos zur Geschichte der Maschseeschifffahrt finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, unter der Rubrik "Die flotte Flotte" auf unserer Homepage. 


maschseeflotte@hartmannbus.de